Gehirn ein Garten?

In einem kuriosen Artikel unter dem Titel „Entrümpeln im Gehirn: Schneller und besser lernen dank Synapseneliminierung“ werden von der hier besser ungenannt bleibenden Autorin einige weitgehend missverstandene Ergebnisse der Gehirnforschung in Form einer Gartenmetapher dargestellt: „Stell dir vor, dein Gehirn sei ein Garten. Zu Beginn ist viel Platz für neue Blumen, etwas Gemüse oder einen schönen Baum. Der Garten floriert, die Blüten erstrahlen in bunter Farbenpracht und erste Gewächse beginnen, sich selbstständig zu vermehren. Plötzlich ist der Platz knapp. Die neue Tulpenzwiebel passt nicht mehr in das dicht bewachsene Beet und wenn du dieses Jahr Tomaten anpflanzen möchtest, musst du dafür entweder die Zucchini oder den Kopfsalat entfernen. Eine schwierige Entscheidung? Eben diese Entscheidung muss dein Gehirn Tag für Tag etliche Male treffen. Es handelt sich um die sogenannte Synapseneliminierung. (…) Damit neue Synapsen entstehen können, müssen alte sterben und dadurch Platz schaffen. Zwischen 80.000 und 90.000 Gehirnzellen sterben bei einem gesunden Erwachsenen pro Tag – und mit ihnen auch ihre Synapsen. Ein einzelnes Neuron besitzt zwischen einer und 200.000 dieser Verbindungen. In deinem Gehirn herrscht also ein reges Kommen und Gehen, ohne dass du davon etwas ahnst. (…) Synapsen sterben zwar, können aber auch neu entstehen. Du bist also nicht zum langsamen Verfall und der sicheren Verblödung verdammt. Stattdessen ist der Mechanismus für das Gehirn wichtig, um blühen zu können wie dein Garten. Nur wo ausreichend Platz ist, können neue Synapsen entstehen. (…) Gliazellen sind die „Gärtner“ deines Gehirns. Sie eliminieren veraltete, kaputte oder redundante Synapsen. Im Schlaf schrumpfen die Gehirnzellen um bis zu 60 Prozent und schaffen dadurch Raum für die Arbeit der Gliazellen. Wenn du am nächsten Morgen aufwachst, ist das „Unkraut“ entfernt und du hast wieder ausreichend Platz für neue Pflanzen in deinem Garten.“

Wer sich über die Grundlagen einen Überblick verschaffen will, kann dies auf diesen Seiten tun:

Netzwerk Gehirn

Funktion des Gehirns

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.