In Schulen sollte man in der Früh blaues Licht aufdrehen – oder im Winter später beginnen!

Bläuliches Licht ähnelt den Verhältnissen am Morgen und das menschliche Gehirn stellt sich darauf ein, aktiv zu werden und einen Tag lang Leistung zu bringen, während rotes Licht hingegen eine innere Abendstimmung erzeugt und signalisiert, dass man zur Ruhe kommen sollte. Vor allem blaues Licht, wie es von Smartphones emittiert wird, stört bekanntlich durch die Verhinderung der Melatoninausschüttung den Schlaf, doch hat es richtig eingesetzt auch einen positiven Effekt, denn dieses blaue Licht verbessert nach einer kleinen Untersuchung die Aufmerksamkeit von SchülerInnen. Diese zeigten in einer blauer Lichtumgebung eine gesteigerte Aufmerksamkeitsleistung, gemessen an ihren Fehlern und der Konstanz ihrer Reaktionsgeschwindigkeit. Gleichzeitig zeigte sich, dass die SchülerInnen auch ein wenig besser schliefen, wenn sie am Abend rotem Licht ausgesetzt wurden.

sommerzeit winterzeit

Daher sollte man sich die Umstellung auf Sommerzeit gut überlegen, wenn dann bleibt es im Winter sehr lange finster, und die SchülerInnen werden erst um 10:00 Uhr munter! Man sollte daher auf den Experten der Chronobiologie hören. Die Chronobiologie legt ein besonderes Augenmerk auf physiologische Vorgänge und regelmäßig zu einer bestimmten Zeit auftretende Verhaltensmuster von Organismen. Sie untersucht unter anerem die Frage nach der Existenz von exogenen Faktoren, die die biologische Rhythmik von Lebewesen beeinflussen.

Anmerkung: Melatonin ist jenes Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen, den zirkadianen Rhythmus, steuert, und in der Zirbeldrüse aus Serotonin hergestellt wird. Melatonin reguliert aber nicht nur den Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern auch viele andere biologischen Funktionen, die mit diesem Rhythmus in Zusammenhang stehen.

Literatur

Petra Studer, Judith M. Brucker, Cornelia Haag, Jessica Van Doren, Gunther H. Moll, Hartmut Heinrich, Oliver Kratz (2019). Effects of blue- and red-enriched light on attention and sleep in typically developing adolescents. Physiology & Behavior, 199, 11-19.



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