Zusammenhang zwischen Weltbild, Realität, Fakten, Interpretation und Wahrheit

Das menschliche Gehirn konstruiert Realität, d. h., Menschen suchen in der Welt nach Fakten, die zu ihren Weltbildern passen, wobei welche Fakten sie akzeptieren, vielfältig determiniert ist. Aus dem umfangreichen Faktenangebot wählen Menschen mehrheitlich jene, die ihre Weltsicht bestätigen, d. h., aus den unendlich vielen möglichen Wirklichkeiten basteln sie sich ihre exklusive Realität – selektive Wahrnehmung. Die Methode der Naturwissenschaften, sich mit Versuch und Irrtum an eine bis zu ihrer Widerlegung stimmige Wahrheit heranzutasten, funktioniert im normalen Leben und bei sozialen Phänomenen nicht, denn jedes menschliche Gehirn bastelt seine eigene Wirklichkeit, die es für faktengestützt hält. Der Entschluss, für welche faktengestützte Variante man sich entscheidet, hängt weniger von der Validität der Fakten, sondern hochgradig vom eigenen Weltbild ab. Gegen solche Konstrukte des Gehirns lässt sich kaum argumentieren, denn selbst Fakten, auf die man sich im Diskurs einigen kann, offenbaren im Auge des Betrachters unterschiedliche Wahrheiten, was bedeutet, es gibt keine objektive Interpretation von Daten, denn je nach persönlichkeitsspezifischer Ausrichtung, interpretiert man selbst unumstrittene Fakten unterschiedlich. Geschlossene Weltbilder produzieren exklusive Fakten, eine exklusive Realität, denn die Akzeptanz von Fakten hängt beinahe ausschließlich vom eigenen Standpunkt bzw. der eigenen Weltanschauung ab.

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