Bilder und Metaphern in der Wissenschaft

All professions are conspiracies against the laity.
G. B. Shaw

Ein Problem bei der Verbreitung psychologischen und neuropsychologischen Wissens ist die Verwendung von Bildern, Metaphern und Vereinfachungen, wobei dieses Problem aber auch in anderen Wissenschaften wie etwa der Physik oder Chemie zu beobachten ist. Wird Wissenschaft durch Medien und populärwissenschaftliche Literatur weitergegeben, werden häufig Bilder verwendet, die oft zu viel erklären wollen oder vom Empfänger falsch interpretiert werden. In vielen Fällen will die populärwissenschaftliche Literatur besonders anschaulich sein und erweckt durch die Verwendung von Alltagsmetaphern zu sehr den Eindruck, Wissenschaft sei einfach und jeder Mensch könne moderne Theorien ganz einfach verstehen.

Leider neigen Metaphern immer dazu neben einem in manchen Fällen sicher richtigen Aspekt auch viele falsche zu transportieren, denn auch wenn wissenschaftliche Literatur in der Regel ebenfalls voll von Metaphern ist, denn Wissenschaft braucht ebenfalls Intuition und Intuition braucht eben auch Metaphern, so haben solche Bilder im Rahmen einer wissenschaftlichen Community meist eine ganz andere und vor allem präzisere Bedeutung. Viele solcher vereinfachenden Bilder werden innerhalb der Wissenschaft dann nicht zu Unrecht oft mit einem Augenzwinkern oder zumindest unter Anführungsstrichen verwendet. Daher sollten Wissenschaften, wenn sie an die Öffentlichkeit gehen, aus welchen Gründen auch immer, bei Verwendung von Bildern und Metaphern äußerst vorsichtig sein und nicht den Eindruck zu erwecken versuchen, ein Bild sagt ohnehin mehr als tausend Worte und alles ist dadurch auch für Laien einfach zu verstehen.

Quelle: Entstanden mit Anregung des Artikels „Von Pseudowissenschaft lernen“ von Joachim Schulz in spectrum.de vom 12. August 2016.

Bildquelle: http://psychologie-news.stangl.eu/1475/die-black-box-und-die-neurowissenschaften (16-08-10)