In der empirischen Studie von Stephan (2026) wurden die schreibmodusspezifischen Unterschiede im Schreibprozess sowie deren Auswirkungen auf die Erinnerungs- und Wiedererkennungsleistung von 45 Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren untersucht. Im Rahmen eines Within-Subjects-Designs fertigten die Teilnehmenden zu einem Vortrag sowohl mit digitalen Stiften auf Papier als auch über eine Computertastatur Notizen an Neben den reinen Lernunterschieden standen dabei insbesondere Prozessvariablen wie die Effizienz, die Wörtlichkeit und die Anzahl notierter Informationen sowie erstmals auch Pause-Burst-Intervalle im Fokus der Untersuchung.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich das Schreibmedium signifikant auf die kognitive Verarbeitung und die mechanische Ausführung auswirkt: Während das Tippen an der Tastatur oft zu einer wörtlicheren Protokollierung führt, zwingt das haptisch-motorische Schreiben mit dem Stift zu einer stärkeren kognitiven Selektion und Verdichtung der Lerninhalte. Zudem zeigt sich, dass die Wahl des Schreibinstruments spezifische Effekte auf den späteren Informationsabruf – differenziert nach Wiedererkennen und freiem Erinnern – ausübt. Damit liefert die Arbeit wichtige wissenschaftliche Grundlagen und praktische Implikationen für den Umgang mit analogen und digitalen Medien im Unterricht.
Siehe dazu auch Schreiben vs Tippen – Lerntipps: Die Neuigkeiten.
Literatur
Stephan, E. F. (2026). Hand- und tastaturschriftliche Notizen: Unterschiede im Schreibprozess und im Gedächtnisbehalt Jugendlicher. Springer VS.