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Anmerkungen zur Bindungstheorie

Das westliche Erziehungsmodell beruht auf der Vorstellung, dass die Mutter bzw. die leiblichen Eltern die wichtigsten Bezugspersonen eines Kindes sind.
Die Vorstellung, dass vor allem die Mutter während des gesamten Lebens des Kindes die wichtigste Bezugsperson ist und auf alle Bedürfnisse des Kindes eingeht, hat ihren Ursprung in der Bindungstheorie. Nach der Bindungstheorie ist die Bezugsperson die Person, nach der das Kind sucht, wenn es zum Beispiel von der Schaukel gefallen ist oder nach der es besonders bei einer Trennung weint. Nach dieser Theorie bedeutet Bindung eine dauerhafte emotionale Bindung an ganz bestimmte Personen, die nicht beliebig ersetzt werden können, weil ein Kind immer dann ihre Nähe und Unterstützung sucht, wenn es Schmerzen, Angst oder Traurigkeit nicht mehr allein bewältigen kann. Zu den Merkmalen einer Bindungsperson gehört zum Beispiel eine einfühlsame Persönlichkeit, die auf die Gefühle des Kindes eingeht.

In vielen Kulturen ist es nicht üblich, dass sich nur die Eltern um das Kind kümmern, da auch Verwandte, Großeltern, Geschwister und Nachbarn eine wichtige Rolle bei der Erziehung spielen. In einigen Kulturen werden Säuglinge und Kleinkinder von Beziehungsnetzen betreut. Für eine emotional gesunde Entwicklung ist es von entscheidender Bedeutung, während der Kindheit ausreichend Liebe und Aufmerksamkeit von einer Bezugsperson zu erhalten, da dieser Kontakt mit anderen Menschen besonders wichtig für den Erwerb und den Ausbau sozialer Kompetenzen ist. Zu beachten ist auch, dass Kinder Prioritäten setzen und in der Regel eine oder zwei Bezugspersonen haben, wobei Kinder in der Regel eine Hierarchie danach aufstellen, wer ihnen gegenüber einfühlsamer ist.






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