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Atemmeditation zeigt sich auch in einer Veränderung im Gehirn

In einer der ersten Längsschnittstudien in Österreich von Ruth Gizewski, Neuroradiologin an der Medizinischen Universität Innsbruck, mussten sich ProbandInnen, die noch nie meditiert hatten, über sieben Wochen täglich für jeweils fünfzehn Minuten ganz auf ihren Atem konzentrieren. Es zeigte sich, dass sich der Energieumsatz im Gehirn umstellt, indem er in den Basalganglien, die im Hirninneren liegen, zunimmt, während in den Arealen hinter der Stirn und der Schläfe dagegen mehr Ruhe einkehrt. Diese Regionen koordinieren Bewegung und verarbeiten Bild und Ton. Man kann diese Ergebnisse so interpretieren, dass das Gehirn in einen höheren energetischen Zustand kommt, wobei mit Hilfe von Fragebögen vor und nach dem siebenwöchigen Experiment gezeigt werden konnte, dass die Teilnehmenden hinterher weniger ängstlich waren, was ein spezifischer Effekt der Fokussierung auf den Atem sein könnte.

Für eine einfache Atemmeditation setzt man sich in bequemer Stellung entweder auf ein Kissen auf dem Boden oder auf einen Stuhl. Man sollte dafür sorgen, dass der Rücken relativ aufrecht und der Raum frei von Ablenkungen ist. Man kann diese Übung auch auf einem ruhigen Platz im Freien machen. Man sollte versuchen wahrzunehmen, wie sich der Atem über die Haut unterhalb der Nasenlöcher und oberhalb der Lippen bewegt. Dabei sollte man nicht die Art, wie man atmet, verändern. Einfach nur den ruhigen Atem beobachten, wann fließt er frei und entspannt und wann fühlt er sich angestrengt und gehalten an. Wenn dabei die Aufmerksamkeit abschweift, sollte man sich bedanken, dass man es bemerkt hat, und die Aufmerksamkeit wieder zurückbringen. Wie fühlt sich er Atem auf der Haut an? Welche Körperteile bewegen sich beim Atmen? Kann man spüren, wie der Atem den Bauch bewegt? Die Brust? Die Schultern? Dann kann man sich vorstellen und fühlen, wie die Atemluft aus dem Körper hinaus- und hineinströmt. Wie verbindet dieses Atmen mit anderen Lebewesen?

Literatur

Stangl, W. (2021). Stichwort: ‚Meditation‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: https://lexikon.stangl.eu/418/meditation (2021-12-22)