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Bedürfnisaufschub nicht nur bei Menschen

Schnell et al. (2021) haben in einer Untersuchung gezeigt, dass der Versuch zur Impulskontrolle auch bei Tintenfischen funktioniert. Die in zweigeteilten Wasserbehältern sitzenden Tiere hatten die Wahl, entweder ein Weichtier, das sie nicht so gerne fressen, sofort zu bekommen, oder ihre Lieblingsspeise später. Die Tintenfische bewiesen dabei Geduld und warteten 50 bis 130 Sekunden lang, um an den begehrten Leckerbissen zu kommen. Bei dieser Studie wurde auch deren Lernfähigkeit erforscht, denn sie wurden vor die Wahl gestellt, zu einer weißen oder grauen Boje zu schwimmen, wobei nur an einer der Bojen eine Belohnung in Form einer Krabbe wartete. Sobald ein Tintenfisch gelernt hatte, an welcher Boje es die Belohnung gibt, wurde das Belohnungssystem umgekehrt, so dass er nun zur Boje mit der anderen Farbe schwimmen musste. Dabei zeigte sich, dass die Tintenfische, die am schnellsten lernten, auch bei dem Experiment zum Bedürfnisaufschub am längsten auf die begehrte Belohnung warten konnten. Offenbar hängt der Bedürfnisaufschub bei Tintenfischen auch mit deren Lernfähigkeit zusammen.

Literatur

Schnell, Alexandra K., Boeckle, Markus, Rivera, Micaela, Clayton, Nicola S. & Hanlon, Roger T. (2021). Cuttlefish exert self-control in a delay of gratification task. Proceedings of the Royal Society, doi:10.1098/rspb.2020.3161.