Corpus callosum bei Musikern

Der Corpus callosum ist nämlich sowohl für die Verbindung zwischen den beiden Gehirnhälften zuständig als auch für die Abschirmung, d.h., er muss die Gehirnhälften jeweils vor Signalen der anderen schützen, wenn nur eine Hemisphäre aktiv sein soll. So blockiert er bei Bewegungen, die nur eine Körperhälfte betreffen, die andere Gehirnhälfte, die für die andere Seite zuständig ist, sodass auf diese Weise unwillkürliche Bewegungen auf der nichtbeteiligte Körperseite vermieden werden. Sind aber beide Körperhälften aktiv wie beim Spielen eines Musikinstruments, funktioniert der Balken wie eine Brücke, auf der die Hirnhälften kommunizieren.  Bei professionellen Schlagzeugern etwa funktionieren daher manche Bereiche des Gehirns besser als bei anderen Menschen, da sie lernen mussten in der Lage zu sein, mehrere Bewegungen gleichzeitig zu steuern, d. h., sie müssen unterschiedliche Bewegungen mit Händen und Beinen machen, was für das Gehirn sehr anspruchsvoll ist. Bei Schlagzeugern sind die beiden Hirnhälften besser miteinander verknüpft, damit sich deren Gehirn die Gedankenarbeit und die Steuerung ihrer Muskeln besser einteilt. Bei Schlagzeugern wächst diese Struktur und passt sich an, je mehr sie üben und je kompliziertere parallele Bewegungen sie ausführen.

Es gehört generell zu den Problemen beim Erlernen eines Musikinstruments, die beiden Gehirnhälften gleichzeitig anzusprechen bzw. wie bei vielen Instrumenten zu dissoziieren. Bei älteren Menschen findet der Austausch häufig auch dann statt, wenn die Menschen stillsitzen, d.h., die Kommunikation über den Corpus callosum im Gehirn erschwert Bewegungen, die nur mit einer Körperhälfte ausgeführt werden sollen, und die Reaktionszeit verlängert sich dadurch. Auch bei Kindern, bei denen der Balken noch nicht vollständig entwickelt ist, kommt es daher zu Fehlfunktionen in der Koordination bzw. Dissoziation.

Literatur

Stangl, W. (2020). Rechte versus linke Gehirnhälfte? Die Linkshänder. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEHIRN/GehirnRechtsLinks.shtml (2020-01-12).



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