Das Dilemma der Politischen Bildung

Der Stellenwert der Politischen Bildung in Österreichs Schulen ist relativ gering. Meist ist Politische Bildung nur ein Unterrichtsprinzip bzw. an andere Fächer, wie z.B. Geschichte angehängt. Auch in der Lehrerausbildung findet es kaum Beachtung. Bedenkt man, dass das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt wurde, jedoch die politische Wissensvermittlung gegen Null geht, erkennt man eine klare Schieflage.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich, die Volkshochschule Linz und die Johannes Kepler Universität Linz griffen im Rahmen der Veranstaltungsreihe “brennpunkt.bildung” dieses Thema auf. Der Titel der Veranstaltung, die am 7. Juni im Linzer Wissensturm stattfand, lautet “Was kann Politische Bildung in der Schule leisten?”. Neben zwei Fachvorträgen fand eine spannende Podiumsdiskussion mit folgenden Teilnehmern statt:

  • Dr. Thomas Hellmuth (Universität Salzburg)
  • Dr. Gerhard Zenaty (Pädagogische Hochschule OÖ)
  • Dr. Christian Welniak (Universität Hamburg)
  • Mag . Ulrike Mitterlehner (AHS-Lehrerin)
  • Michael Trinko (Jugendsekretär ÖGB)
  • Garda Elsherif (Schulsprecherin Körnergymnasium)
  • Dr. Herbert Altrichter (Universität Linz)

Das Hauptreferat hielt Dr. Christian Welniak mit dem Titel “Kinder der Postdemokratie”. Er gibt Einblicke, was Politische Bildung in der Schule leisten sollte. Er wählt hierfür einen demokratiepädagogischen Ansatz. Was bedeutet überhaupt der Begriff Politische Bildung und was sind die Ziele? Sind Jugendliche unpolitisch und politikverdrossen? Diese und viele weitere Fragestellungen versucht Welniak in seinem Vortrag zu klären.

Den Vortrag von Dr. Christian Welniak sowie jenen von Dr. Thomas Hellmuth und Dr. Gerhard Zenaty können Sie in voller Länge auf BildungsTV sehen. Selbstverständlich auch die gesamte Podiumsdiskussion.

Video: http://www.bildungs.tv/news/allgemein/2948/
politische_bildung_schule.mov
(11-06-14)



Ein Gedanke zu “Das Dilemma der Politischen Bildung

  1. Eine wichtige und interessante Veranstaltung. Man will mit der aktuellen Politischen Bildung jedoch zuviel, deshalb funktioniert es auch nicht, hier nicht, in Deutschland (http://civic-edu.org/?page_id=2356) nicht und auch anderswo (siehe ICCS 09, u.a.) nicht. Gescheitert sind Erinnerungskultur und Betroffenheitspädagogik. Warum das so ist können die Neurowissenschaften belegen.
    Über die Ziele herrscht kein Zweifel, da diese jedoch nicht einmal ansatzweise erreicht werden, schon gar nicht bei bildungsferneren Schichten, braucht es vor allem eine Trennung zwischen Wissen und Kompetenzerwerb, insbesondere eine Trennung zwischen einer (emotionale) vorpubertären und einer (logische) nachpubertären Herangehensweise. Zur Realisierung der Lissabon Ziele braucht es hinsichtlich Bildung insgesamt ein neues Denken und völlig neue Schulcurricula, wie es ansatzweise in Hongkong und England mit PSHE&Citizenship bereits versucht wird.

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