Der abwärts gerichtete Vergleich

In der Psychologie gibt es den abwärts gerichteten Vergleich, was nichts anderes bedeutet, dass Menschen ihr subjektives Wohlbefinden steigern können, indem sie sich mit Menschen vergleichen, denen es schlechter als ihnen geht, also etwa eine schwerere Krankheit haben als man selbst. Schon im Kindergartenalter spielen solche Vergleiche eine Rolle, denn viele dieser Prozesse laufen vorbewusst ab, denn nur die wenigsten Menschen würden offen sagen, sich über das Leid anderer Menschen zu freuen. Es zeigt sich jedoch, dass Menschen, wenn sie die Chance haben, ihr Selbstwertgefühl durch einen Vergleich zu erhöhen, sie dazu neigen, diese Chance auch zu ergreifen.

Die neuen Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram erleichtern es Menschen enorm, andere zu finden, mit denen man sich nach unten vergleichen kann. In den neuen Medien bilden sich auf Grund solcher Vergleiche auch häufig Gruppen, die sich die eigenen gefühlten Ansichten ständig bestätigen, wobei diese Bestätigung zur Selbstüberschätzung verleitet. Hinzu kommt der Erklärungseffek, denn wenn diese Menschen ein bestimmtes Argument zehnmal hören, dann sind sie nicht mehr in der Lage, es als irrelevant zu empfinden, selbst wenn sie ganz anderer Meinung sind, beschäftigen sie sich damit oder übernehmen die Standpunkte zumindest zum Teil.

Literatur

https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/ psychologe–warum-donald-trump-erfolgreich-ist-und-viele-frieden-langweilig-find en-8480176.html (19-12-20)



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.