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Der Einfluss von moderatem Kaffee- und Teekonsum auf den geistigen Abbau im Alter

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    Koffein sucht oder GenussEine Untersuchung von Gardener et al. (2026) widmete sich der Frage, wie sich der tägliche Konsum von Kaffee und Tee auf den kognitiven Abbau von älteren Erwachsenen auswirkt, da beide Heißgetränke weltweit extrem beliebt sind und ihnen bereits in früheren Studien eine schützende Wirkung unter anderem vor der Alzheimer-Krankheit zugeschrieben wurde.

    Um diese Zusammenhänge über einen längeren Zeitraum verlässlich zu prüfen, wertete man Daten der britischen Großstudie UK Biobank aus und analysierten eine Stichprobe von 8.451 kognitiv unbeeinträchtigten Personen im Alter von mindestens 60 Jahren, die über einen durchschnittlichen Zeitraum von knapp neun Jahren hinweg mindestens zweimal nachuntersucht worden waren. Der per Fragebogen erfasste, selbstberichtete tägliche Konsum wurde dabei mit den Ergebnissen verschiedener kognitiver Tests in Beziehung gesetzt, die unter anderem die Reaktionszeit, das numerische Gedächtnis sowie die fluide Intelligenz maßen, wobei in den statistischen Modellen wichtige Störfaktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung, sozioökonomische Deprivationsmerkmale, ethnische Zugehörigkeit, das Körpergewicht sowie der genetische Risikofaktor Apolipoprotein E ε4 berücksichtigt wurden.

    Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass sowohl der tägliche Kaffee- als auch der Teekonsum die Entwicklung der fluiden Intelligenz über den Beobachtungszeitraum hinweg signifikant beeinflussen, wobei sich jedoch deutliche Unterschiede in den optimalen Verzehrmengen zeigen. Beim Kaffeekonsum kristallisierte sich eine klare Obergrenze für den positiven Effekt heraus, da Menschen, die überhaupt keinen Kaffee tranken oder einen moderaten Konsum von ein bis drei Tassen pro Tag aufwiesen, einen deutlich langsameren Abbau der fluiden Intelligenz zeigten als Personen mit einem hohen Konsum von vier oder mehr Tassen täglich. Überraschenderweise erwies sich der völlige Verzicht auf Kaffee in dieser Analyse sogar als vorteilhafter im Vergleich zu diesem sehr hohen Konsum. Ein fundamental anderes Bild zeigte sich hingegen beim Teekonsum, bei dem auch hohe Trinkmengen durchweg positive Effekte auf die kognitiven Fähigkeiten lieferten. Menschen, die niemals Tee tranken, wiesen im Vergleich zu Personen mit moderatem sowie hohem Teekonsum einen wesentlich stärkeren Verlust ihrer fluiden Intelligenz auf, was darauf hindeutet, dass beim Tee auch größere Mengen über den Tag hinweg zusätzlich schützend wirken können.

    Diese Daten stützen die Hypothese, dass der Konsum beider Getränke als Schutzfaktor gegen den altersbedingten kognitiven Verfall und insbesondere für den Erhalt der fluiden Intelligenz dienen kann, wobei beim Kaffee die Menge von drei Tassen nicht überschritten werden sollte, während beim Tee auch ein hoher Konsum vorteilhaft bleibt, wenngleich man betont, dass weitere Längsschnitt- und Interventionsstudien notwendig sind, um diese Ergebnisse abschließend zu validieren.

    Literatur

    Gardener, S. L., Sewell, K. R., Brown, B. M., Martins, R. N., & Rainey-Smith, S. R. (2026). Moderate coffee and tea consumption is associated with slower cognitive decline: data from UK Biobank (UK Biobank Application Number 108907). Developing Topics Session.

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