Der Madelaine-Effekt

Als der französische Autor Marcel Proust eine Madelaine – ein kleines Gebäck – in seinenTee taucht, wird er unmittelbar an seine Kindheit erinnert. In seinem Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” beschreibt Marcel Proust mit großer Präzision dieses eigenartige Phänomen der Reminiszenz. Oft genügt ein Geruch, eine Stimme, eine Melodie oder ein Foto, um sich plötzlich an lange zurückliegende Ereignisse seines Lebens zu erinnern. Eine solche flüchtige und oft unbewusste Wahrnehmung bewirkt, dass frühere Begegnungen, schöne oder traurige Stunden noch einmal lebendig werden. Die Stärke des menschlichen Gedächtnisses liegt jedoch nicht nur in der Fähigkeit, Vergangenes zu speichern, denn es kann auch Erinnerungen durch unsichtbare Fäden miteinander verknüpfen, sodass man oft nicht mehr weiß, warum man sich in einer bestimmten Situation an ein lange zurückliegendes Ereignis erinnert. So ermöglicht das Gedächtnis aber den Menschen, neue Situationen schnell zu bewältigen, indem das Gedächtnis wie ein Filter Wichtiges von Unwichtigem unterscheidet und dafür sorgt, dass man unbrauchbare Informationen wieder vergisst.

Siehe im Detail dazu den Proust-Effekt.


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