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Fake News, Verschwörungstheorien, Falschmeldungen

Es gibt einen Unterschied zwischen Fake News und Verschwörungstheorien. Wer an eine Verschwörungstheorie glaubt, ist der Meinung, dass einige wenige Menschen mit Macht sich geheim verabredet haben, um etwas zu ihrem Vorteil zu planen, ohne dass die Welt davon erfährt. Fake News verbreitet hingegen jemand bewusst, um andere zu täuschen, denn er oder sie weiß dabei, dass die Informationen falsch sind und hat dabei häufig ein politisches Motiv. Fake News können natürlich Verschwörungstheorien sein, müssen es aber nicht. Davon zu unterscheiden ist auch die Falschmeldung, denn wer sie verbreitet oder weiterleitet, hat in der Regel keine böse Absicht, sondern weiß es bloß einfach nicht besser. Auch wenn der Übergang fließend sein kann, sind Falschmeldungen oder Fake News eben nicht das gleiche wie Verschwörungserzählungen, denn Fake News beinhalten nicht zwingend eine geheime Verschwörung und den Verfassern ist bewusst, dass sie falsch sind. Im Gegensatz dazu glaubt die Mehrheit der Verschwörungsgläubigen wirklich an das, was sie verbreiten, was etwa bei vielen Menschen der Fall ist, die bestimmte medizinische Maßnahmen ablehnen.

Sozialwissenschaftler sprechen daher nicht gerne von Verschwörungstheorien, sondern von Verschwörungserzählungen, denn Theorien basieren auf Fakten, die man wissenschaftlich prüfen kann. Wenn die Fakten der Theorie widersprechen, kann man die Theorie anpassen oder verwerfen, Verschwörungserzählungen hingegen können zwar einzelne korrekte Fakten enthalten, die Verbindungen zwischen ihnen und Schlussfolgerungen daraus sind aber falsch bzw. erfunden. Hinzu kommt, dass ihre Anhänger die Erzählung nicht nachprüfen oder gar korrigieren wollen, wenn es Gegenbeweise gibt, was bei wissenschaftlichen Theorien die Regel ist.

Die typischen Verschwörungsgläubigen gibt es aber nicht, so glaubt etwa die Hälfte der Bevölkerung, dass es geheime Organisationen oder Institutionen gibt, die Einfluss auf politische Entscheidungen haben. Das zeigt, dass Menschen grundsätzlich für Verschwörungserzählungen empfänglich sind, wobei Alter, Intelligenz, Geschlecht, Religion und sogar Bildungsstand kaum eine Rolle spielen, sondern entscheidend ist eher, ob sich Menschen machtlos fühlen oder Schwierigkeiten damit haben, Unsicherheit zu akzeptieren.

Literatur

Horsthemke, S. (2020). Verschwörungstheoretikern bedeutet es viel, einzigartig zu sein.
WWW: https://www.spektrum.de/news/verschwoerungstheorien-zu-covid-19/1722088 (20-04-17)
https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/was-du-ueber-verschwoerungstheorien-wissen-solltest/ (20-06-19)






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