Brain Fog – oft als „Gehirnnebel“ bezeichnet – ist ein Zustand, in dem Denken, Konzentration und Merkfähigkeit spürbar beeinträchtigt sind. Betroffene fühlen sich geistig langsamer, weniger fokussiert und haben Schwierigkeiten, Informationen zu verarbeiten. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass das Phänomen des „Brain Fog“ keine bloße Befindlichkeitsstörung ist, sondern die direkte Folge einer metabolischen Energiekrise innerhalb der Nervenzellen. Auslöser ist eine Form von Insulinresistenz im Gehirn, die dazu führt, dass ein entscheidendes Steuerungsenzym versagt. In der Folge wird der Stoffwechselweg der Aminosäure Tryptophan so fehlgeleitet, dass statt der stimmungsaufhellenden und schlaffördernden Botenstoffe Serotonin und Melatonin toxische Abbauprodukte entstehen. Parallel dazu sinkt der Spiegel des Moleküls NAD+ dramatisch ab, welches als essenzieller Treibstoff für die Energiegewinnung in den Mitochondrien dient. Ohne diesen Energienachschub können die Neuronen ihre Funktion nicht aufrechterhalten. Da herkömmliche Medikamente zur Blutzuckersenkung diesen Prozess im Gehirn nicht signifikant stoppen können, rückt die direkte Wiederherstellung der mitochondrialen Funktion in den Fokus der Medizin. Besonders bahnbrechend ist hierbei die Erkenntnis, dass dieser kognitive Verfall durch eine gezielte metabolische Rehabilitation umkehrbar sein könnte, was einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Behandlung einläutet und Brain Fog als behandelbaren Energienotstand definiert.
Obwohl es sich nicht um eine medizinische Diagnose handelt, kann Brain Fog ein Hinweis auf körperliche oder psychische Probleme sein. Auch gesunde Menschen erleben ihn, besonders unter anhaltendem Stress. Um die geistige Klarheit zurückzugewinnen, helfen vor allem fünf Strategien:
- Erstens, eine klare Aufgabenübersicht erstellen und Prioritäten festlegen, beispielsweise mit einem farbigen Ampelsystem, das zwischen dringenden, weniger dringenden und unwichtigen Tätigkeiten unterscheidet. Unwichtige Punkte sollten verschoben oder delegiert werden.
- Zweitens, das sogenannte Task Switching – also ständige Aufgabenwechsel – vermeiden, indem man unnötige Programme und Browserfenster schließt und das Smartphone außer Reichweite legt.
- Drittens, regelmäßige Offline-Zeiten einbauen und zwischen Aufgaben bewusst kurze Pausen machen, um den Geist umzustellen.
- Viertens, Bewegung in den Alltag integrieren – etwa Spaziergänge oder kleine Aktivitätspausen –, um die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns zu fördern.
- Fünftens, auf ausreichend Schlaf und Flüssigkeitszufuhr achten sowie Stressfaktoren bewusst reduzieren, da diese maßgeblich zu geistiger Klarheit beitragen.
Literatur
Stangl, W. (2025, 28. Dezember). Brain Fog ist die Folge einer metabolischen Energiekrise der Nervenzellen . Stangl notiert ….
https:// notiert.stangl-taller.at/gehirnforschung/brain-fog-ist-die-folge-einer-metabolischen-energiekrise-der-nervenzellen/.