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Licht im Schlafzimmer stört den Schlaf

    Licht und Dunkelheit sind die stärksten Taktgeber der inneren Uhr und synchronisieren den Menschen mit dem Tag-Nacht-Wechsel, wobei Licht trifft spezielle Rezeptoren in der Netzhaut auf und Menschen auf Aktivität schaltet, d. h., Dunkelheit führt zur Ausschüttung von Melatonin aus der Zirbeldrüse und schaltet den Menschen auf Schlaf.

    In einer amerikanischen Studie untersuchte man übrigens den Einfluss von künstlichem Licht beim Schlafen bei Frauen, wobei sich zeigte, dass jede Art von künstlichem Licht das Risiko für Übergewicht steigert. Befand sich eine Lichtquelle innerhalb des Zimmers wie ein laufendes Fernsehgerät oder ein Nachtlicht, war das Risiko für Adipositas um ein Drittel erhöht.

    Erklärt wird dies mit zu wenig erholsamem Schlaf, was den Energieverbrauch tagsüber senkt, da die Betroffenen müde sind und sich weniger bewegen. Außerdem ist man bei einer kurzen Schlafdauer länger wach und hat daher mehr Zeit zum Essen. Physiologische Erklärung betrifft das Schlafhormons Melatonin, dessen Freisetzung durch Licht im Schlafzimmer verhindert wird, weshalb der Schlaf weniger tief und erholsam ist.

    Besonders anfällig für von Restlicht ausgelöste Schwankungen in der Melatoninproduktion sind Kinder, denn bei 3- bis 5-Jährigen gehen die Werte durch Restbeleuchtung im Schlafzimmer um bis zu 88 Prozent zurück. Hinzu kommt, dass bei älteren Menschen, die unter Licht schlafen, auch eine stärkere Verkalkung der Halsschlagader und höhere nächtliche Blutdruckwerte festgestellt wurde, wobei neben dem Einfluss auf Übergewicht auch ein Zusammenhang mit Diabetes bestehen dürfte.

    Anmerkung: Der Gebrauch von künstlichem Melatonin ist zwar weit verbreitet, obwohl es in den meisten Ländern nicht zugelassen ist. Melatonin kann einerseits eine schwach schlafanstoßende Wirkung haben, allerdings weniger stark als klassische Hypnotika, anderseits auf die innere Uhr wirken. Durch genau geplante Einnahmen von Melatonin kann die Angewöhnungszeit an einen neuen Schichtwechsel reduziert werden, doch gibt es noch keine fundierten Studien über die Langzeitwirkung von Melatonin. Die Einnahme von Melatonin ist daher kein langfristiger Lösungsansatz bei Schlafproblemen, sondern es ist wichtig, die zugrunde liegenden Ursachen für diese Schlafstörungen zu identifizieren. Wenn man regelmäßig Probleme mit dem Einschlafen oder Durchschlafen hat, sollten man seinen Arzt konsultieren, um eine angemessene Diagnose und Behandlung zu erhalten. Die Einnahme von Melatonin vor dem Einschlafen kann in einigen Fällen hilfreich sein, etwa beim Jetlag oder bei Schlafstörungen, doch sollte es nie dauerhaft eingenommen werden, es sei denn, dies wurde von einem Arzt verordnet.






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