Verbessert Dankbarkeit die psychische Gesundheit?

Dankbarkeit ist die Wachsamkeit der Seele gegen die Kraft der Zerstörung.
Gabriel Marcel




Studien haben gezeigt, dass Menschen, die sich bewusst mit Dankbarkeit für die schönen Erlebnisse in ihrem Leben beschäftigen, glücklicher und weniger depressiv sind. In einer Studie mit Menschen mir sehr niedrige Werten der psychischen Gesundheit und mit Angstzuständen und Depression bildete man drei Gruppen: die erste Gruppe hatte jede Woche einen Dankesbrief zu schreiben, die zweite über ihre negativen Erfahrungen und Gefühle und die dritte Gruppe überhaupt keine zusätzlichen Aufgaben. Dabei zeigte sich, dass Dankbarkeitsbriefe an eine andere Person zu schreiben hilft, sich mehr auf positive Gefühle und auf wir-Wörter zu konzentrieren und von negativen Gefühlen befreit. Dankbarkeitsbriefe helfen auch dann, wenn man die Briefe nie abschickt, denn das bloße Schreiben, hilft positivere Gefühle gegenüber den Mitmenschen zu empfinden und dadurch auch mehr Dankbarkeit wahrzunehmen. Nach zwölf Wochen konnten signifikante Verbesserungen in der psychischen Gesundheit der Probanden wahrgenommen werden. Nach drei Monaten zeigte sich in den Gehirnaktivitäten jener Teilnehmer, die Dankbarkeitsbriefe verfasst hatten, eine größere neuronale Empfindlichkeit im medialen präfrontalen Cortex, also jenem Gehirnareal, der mit Lernen und Entscheidungsfindung verbunden ist. Dies bedeutet, dass das Üben von Dankbarkeit dazu beitragen kann, das Gehirn zu trainieren, achtsamer für das Erleben von Dankbarkeit zu sein, was im Laufe der Zeit zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit führt.

Literatur

https://www.diepresse.com/5904928/wie-dankbarkeit-ihr-gehirn-verandert (20-12-03)