Warum hat es früher zu Weihnachten mehr geschneit?

Es handelt sich dabei um eine eher harmlose Form von falschen Erinnerungen, denn nicht wenige Menschen haben deutliche Erinnerungen daran, dass sie in ihrer Kindheit am Heiligen Abend durch verschneite Straßen zur Kirche gingen, Schneemänner bauten und sich Schneeballschlachten lieferten. Heute dagegen schneit es nur noch selten, grüne Weihnachten sind nach Ansicht vieler deutlich häufiger geworden.
Allerdings zeigt ein Blick in den Hundertjährigen Kalender, dass es um Weihnachten herum schon seit langer Zeit eher mildes Wetter gab und diese Periode als Weihnachtstauwetter bezeichnet wird. Es ist aus meteorologische Sicht also ganz falsch, den Dezember als sehr schneereichen Monat zu betrachten. Zwar gab und gibt es abhängig vom jeweiligen Breitengrad auch bei uns hie und da schneereichere Weihnachtstage, doch diese waren früher nicht häufiger als heute. Das bedeutet, dass man am Heiligen Abend Schnee eher nicht erwarten sollte.
Der Grund: Im episodischen Gedächtnis speichern Menschen jene Informationen ab, wie etwas genau gewesen ist, d,. h., man weiß dann noch, wie das Wetter konkret zu Weihnachten war, wer zu Besuch war und was es zu essen gab. Allerdings wird wegen der begrenzten Kapazität des Gehirns solche Erinnerungen jedoch schnell gelöscht werden, und es bleibt das semantische Gedächtnis, wobei hier aber auch Einschätzungen, Urteile und fremde Informationen eine Rolle spielen, aber vor allem, wie etwas sein sollte. Daraus ergibt sich, dass Menschen nicht nur daran glauben, das es früher zu Weihnachten immer Schnee gab, sondern sie erinnern sich sogar ganz genau daran.
Literatur
https://www.infranken.de/ratgeber/feiertage-tradition/weihnachten/weisse-weihnachten-faktencheck-schnee-niederschlag-klimawandel-dwd-schneehoehen-mythos-art-1469078 (20-12-20)