Wer anderen etwas Gutes tut, tut auch etwas für sich!

Zahlreiche Studien haben eine positive Beziehung zwischen Prosozialität und Wohlbefinden gezeigt, wobei weitgehend unklar blieb, wie sehr sich diese Beziehung verändert hat und die Moderatorvariablen, die sie beeinflussen. Hui et al. (2020) haben in einer Metaanalyse untersucht, wie stark die Verbindung zwischen Prosozialität und Wohlbefinden unter verschiedenen Operationalisierungen ist und wie eine Reihe von theoretischen, demographischen und methodischen Variablen die Verbindung moderiert.

Zwar zeigt sich nur eine bescheidene mittlere Gesamteffektgröße zwischen Prosozialität und Wohlbefinden, doch gab es eine beträchtliche Variabilität des Effekts in Abhängigkeit von zahlreichen Moderatoren. Insbesondere war der Effekt der Prosozialität auf das eudaimonische Wohlbefinden (ausgeglichene Gemütslage) stärker als der auf das hedonistische Wohlbefinden (Lustgewinn). Konkret sind also zufällige Freundlichkeiten, etwa wenn man dem Nachbarn spontan dabei hilft, seine Einkäufe zu tragen, besser für das eigene Wohlbefinden als formalisierte, etwa, wann man regelmäßig bei der Freiwilligen Feuerwehr arbeitet, was daran liegen könnte, dass informeller Altruismus abwechslungsreicher ist und eher neue Kontakte zulässt.

Altruismus, Kooperation, Vertrauen und Mitgefühl tragen in gewissem Ausmaß auch zur mentalen und körperlichen Gesundheit bei, denn so führt eine generelle Herzlichkeit gegenüber den Mitmenschen zu einem tiefer gelegenen, mit der Suche nach dem Sinn des Lebens zusammenhängendem Glück.

Ältere Menschen fühlen sich durch altruistisches Tun vor allem körperlich gesünder, jüngere Menschen geistig fitter und allgemein besser, während bei Frauen der Zusammenhang insgesamt deutlicher ist, was nicht zuletzt an den gesellschaftlichen Normen liegt, die ihnen mehr Sorge um andere zuschreibt als Männern.

Literatur

Hui, B. P. H., Ng, J. C. K., Berzaghi, E., Cunningham-Amos, L. A., & Kogan, A. (2020). Rewards of kindness? A meta-analysis of the link between prosociality and well-being. Psychological Bulletin, doi:10.1037/bul0000298.
https://science.orf.at/stories/3201581/ (20-09-27)