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Zu viel Fett beeinträchtigt die Hirnfunktionen

Durch die Medien geht dieser Tage das Ergebnis einer Studie mit der Aussage: „Konsumieren Kindern und Jugendlichen über längere Zeit zu viele Fette, kann es im Erwachsenenalter zu Defiziten bei Hirnfunktionen kommen“.
Schweizer Forscher der ETH Zürich haben die Auswirkungen von fettreichem Essen getestet und schon nach vier Wochen beobachteten die Forschenden bei den Probanden, die fettreiche Nahrung erhielten, erste kognitive Defizite. Die Probanden erhielten rund 60 Prozent der Kalorien in Form von Fetten, das ist etwa doppelt so viel wie in einer typischen Junk-Food-Nahrung enthalten ist. Zum Beispiel besteht eine typische amerikanische Junk-Food-Diät aus 50 Prozent Kohlenhydraten, 15 Prozent Proteinen und 35 Prozent Fett. Derart fettreich wie die Probanden würden wohl nur die wenigsten Kinder und Jugendlichen essen. Die Studie deutet erstmals darauf hin, dass Kinder und Jugendliche besonders gefährdet sind, weil sich ihre Stirnhirnrinde noch im Wachstum befindet. Dieser Teil des Gehirns ist verantwortlich für Gedächtnis, Planung, Impulskontrolle und Sozialverhalten. Wird er etwa durch einen Unfall oder einen Tumor beeinträchtigt, kann es zu Mühe bei komplexen Lernprozessen, unkontrollierter Aggression und Triebhaftigkeit kommen. Auch kindisches Verhalten und der Verlust von Hemmungen sind möglich. Bei erwachsenen Probanden waren die Veränderungen im Gehirn nicht so eindeutig, was allerdings nicht ausschliesst, dass fettreiche Nahrung auch die Gehirne von erwachsenen Probanden schädigen kann. Während der Studie zeigten sich bei ihnen allerdings andere Folgen: Die Probanden verfetteten. Die Forscher raten, der Ernährung von Heranwachsenden mehr Beachtung zu schenken, denn die Schuld für Produkte mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren an Fast-Food-Läden abzuschieben, wäre falsch, denn sie können genauso aus Mutters Küche stammen. Während der Adoleszenz sollten Kinder und Jugendliche deshalb möglichst ausgewogen und hochwertig essen. Ausnahmen sind jedoch erlaubt, denn wer einmal pro Woche fettreichen Fast Food isst, wird kaum betroffen sein. Wichtig sei, den relativen Gehalt an gesättigten Fettsäuren im Rahmen zu halten. Einen klaren Grenzwert, wie viel zu viel ist, konnten die Forschenden mit der Studie jedoch nicht eruieren.

Ach ja: die Probanden waren Mäuse!


Salz ist ein verstärkender Suchtfaktor

Ein Grund, dass Salz als Suchtfaktor wirkt, dürfte der biologisch tief in den Menschen verankerte Hunger nach Salz sein, wobei dieser Appetit vergleichbar mit dem Durst nach Wasser ist. Das Verlangen nach dem Geschmack von Salz ist instinktiv und hat sich wohl vor mehr als hundert Millionen Jahren entwickelt, denn Salz ist für den Organismus von Mensch und Tier lebenswichtig. Doch Salz ist in der Natur nicht immer vorhanden, außer am Meer. Im Gehirn der Vorfahren entwickelte sich deshalb schon früh ein Schaltkreis, der dafür sorgte, dass sie immer dann gut versorgt waren, wenn Salz zufällig vorhanden war. Und dieser Schaltkreis funktioniert auch heute noch bei den Menschen, denn wenn diese salzige Nahrung essen, werden in ihrem Gehirn Neurotransmitter ausgeschüttet, die ein Sättigungsgefühl auslösen, ähnlich, wie wenn man etwas trinkt, wenn man sehr durstig ist. Umgekehrt sorgt dieser Mechanismus auch dafür, dass man oft instinktiv einen Hunger nach Salz verspürt, denn die von den Vorfahren geerbten Schaltkreise lösen im Belohnungszentrum des Gehirns ein Verlangen nach Sättigung aus, wobei salziges Fastfood dieses Bedürfnis nahezu perfekt befriedigt.

Literatur

Stangl, W. (2017). Salz als Suchtfaktor – Psychologie-News. Werner Stangls Psychologie News.
WWW: https://psychologie-news.stangl.eu/4029/salz-als-suchtfaktor (17-01-15)
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Zu-viel-Fast-Food-schaedigt-das-Gehirn-Jugendlicher-25514330

Zu viel Fett schädigt Gehirn


http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Macht-Fastfood-dumm/story/21533063
http://www.berneroberlaender.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Macht-Fastfood-dumm/story/21533063






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